Ein Beispiel für Ruhe im Leben: gestapelte Steine, Musterbeispiel für Meditation

Steuere ich mein Leben selber?

Über Achtsamkeit, eine stille Revolution

De Bruin über das Leben: Forschung hat gezeigt, dass Meditation und Achtsamkeit positive Effekte haben: Steigerung der Konzentration, Stressreduzierung, höhere emotionale Ausgeglichenheit. Das begeistert die Leute. Zudem sind beides wirkungsvolle und gesunde Methoden, mit der Hektik des Alltags besser umzugehen.

Das Zitat ist der Einstieg aus einem Spiegelinterview von Andreas de Bruin, einem Hochschullehrer aus München, der als Betriebswirt (und Psychologe) eine überraschende Vorlesungen über das Leben und über Meditation hält.

Das vollständige Interview ist hier: http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/achtsamkeit-kein-trend-eine-revolution-a-1127610.html bzw. ausführlicher in der Print- oder Digitalausgabe vom Spiegel.

Sind wir alle auf Autopilot?

Ich habe das Interview gelesen und gebe ihm völlig recht: ich und die meisten Menschen um mich herum sind vielen äußeren Zwängen ausgesetzt, die den Tagesablauf diktieren, die bestimmen, mit wem ich wie lange reden kann, die Einfluss darauf haben, welche Hobbies ich pflegen kann und selbst die Gespräche abends beim Glas Wein mit guten Freunden fühlen sich häufig so an, als ob Sachzwänge die Themenauswahl vorbestimmen. Nicht alternativlos, aber doch in der Tendenz.

Muss das so? Oder soll das so?

Ich selber versuche zu spüren, ob ich genügend Kontrolle über die Sachzwänge in meinem Leben habe. Das ist natürlich ein subjektives Gefühl und wenn ich Miete bezahlen muss oder wenn ein Freund mit seinen Problemen kommt, ist das mit der Kontrolle so eine Sache: ich kann schon grundsätzlich in Frage stellen, wie groß mein Haus sein muss oder für welche Freunde ich mir wirklich Zeit nehmen möchte, oft sind das aber langfristige Entscheidungen, die im täglichen Klein-Klein nicht grundlegend in Frage zu stellen sind.

Andererseits: wenn ich mir ab und zu Auszeiten nehme und darüber nachdenke, ob sich das große Haus wirklich schön anfühlt oder ob die Zeit für einen Freund nicht viel besser genutzt ist, als noch ein weiteres Buch über Managementtheorien zu lesen, gewinne ich of auch Freude zurück. Und dann fühlt sich ein „das muss jetzt so“ eher an wie „schön, dass ich das machen kann“. Und ich stärke mein Gefühl, selber am Steuerrad meines Lebens zu stehen.

Und ab und zu ändere ich nach solchem Nachdenken auch die Richtung. Und auch das ist dann sehr gut so!

Steine stapeln für das Leben

Ich persönlich habe Spaß daran, Steine zu stapeln. Das ist völlig nutzlos und der Stapel ist ein paar Tage später auch wieder umgefallen, vielleich weil der Wind zu stark war, weil es geregnet hat oder weil ein Fuchs an dem Stapel geschnuffelt hatte. Aber gerade die Vergänglichkeit macht den Moment des aufrechten Stapels umso wertvoller. Und während des Stapelns bin ich in der Natur, atme das Leben um mich herum und habe Zeit zum Nachdenken.

Mir sind solche kleine Inseln sehr wichtig und ich lade jeden ein, sich auch immer wieder Zeit zu nehmen, die eigene Mitte zu finden und zu stärken.