Viele Überstunden? Es gibt Firmen, bei denen die Anwesenheit und nicht die Arbeitsleistung im Fokus steht. Das ist ein Grund, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Überstunden und Karoshi

100 Überstunden im Monat

Die Angestellte einer japanischen Werbeagentur begeht Selbstmord und nachdem sich herausstellte, dass sie (unter anderem) alleine in einem Monat bereits mehr als 100 Überstunden angesammelt hatte, liegt der Verdacht auf Überarbeitung nahe. Selbst der Chef der Werbeagentur geht davon aus und begründet damit seinen Rücktritt.

Hier das Original aus der Frankfurter Allgemeinen:  http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/japanischer-agenturchef-tritt-nach-suizid-einer-mitarbeiterin-zurueck-14597854.html

Arbeitszeitgesetz in Deutschland

In Deutschland dürfte es einen solchen Fall nicht geben, das Arbeitszeitgesetz verbietet (bis auf Ausnahmen) Arbeitszeiten über 8 Stunden täglich.

Ich persönlich halte das für eine übertriebene Regelung, aber natürlich sind 100 Überstunden im Monat auch ohne gesetztliche Regelung nicht vernünftig.

Karriere mit Überstunden?

Die Erfahrung zeigt, dass nur wenig so karrierefördernd ist, wie lange Arbeitszeiten. Wer also seinem Chef oder seiner Chefin auffallen möchte, wird nicht gehen, bevor der Chef nicht gegangen ist. Andererseits: ist das dann die richtige Chefin, wenn ich damit wirklich Karriere mache?

Die gegenteilige Erfahrung ist nämlich genauso wahr: wer über einen längeren Zeitraum (also über mehrere Monate) jeden Tag 10 Stunden arbeitet (also mal mindestens 11 Stunden in der Firma ist), macht am Ende in den 10 Stunden nicht mehr, als er vorher in 8 Stunden gemacht hat, er macht es einfach nur langsamer. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist die Arbeitsmenge, die ein Mitarbeiter absolvieren kann, nicht durch längere Anwesenheit steigerbar.

Das gilt nicht für Kassierer, Werkschutz oder Pförtner, aber wer kreativ arbeitet oder komplexere Aufgaben zu bewältigen hat, kann das einfach nicht auf Dauer 10 Stunden mit hoher Produktivität machen. Punkt.

Ent- oder -weder

Wer hohe Qualität von seinen Mitarbeitern benötigt, die konzentriertes Arbeiten erfordern, muss sicherstellen, dass Mitarbeiter sich konzentrieren können. Und Firmen gehen zunehmend dazu über, das auch umzusetzen. In den sehr erfolgreichen Firmen wird überdurchschnittlich oft strikt darauf geachtet, dass Mitarbeiter ausreichend Raum und Zeit für Erholung haben. Das kommt nicht nur aus den gesetztlichen Vorgaben (Mitarbeiterschutz, Arbeitszeitgesetz etc.), Studien belegen auch sehr deutlich, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, Mitarbeiter nicht zu überfordern.

Und wenn Ihr Chef oder Ihre Chefin immer noch eher nach Anwesenheit und nicht nach der Arbeitsleistung schaut, wenn es um Bonus oder Beförderung geht? Dann ist es sicherlich an der Zeit, genauer den eigenen Wert am Arbeitsplatz und die möglichen Optionen für einen Wechsel zu prüfen. Sie werden woanders sehr wahrscheinlich erfolgreicher sein und damit auch eine bessere Karriere erreichen.

 

Bild von Trump mit Text und Fragezeichen im Hintergrund; Social Media Künstler und Twitter Nutzer Donald Trump

Trump und Twitter: sind 140-Zeichen eine Bedrohung?

Twitter und Trump: “Der Weltuntergang kommt in 140 Zeichen”

So oder ännlich lese ich häufig und die Reporter gehen davon aus, dass Trumps Twitter Äußerungen zu komplexen Vorgängen hochriskant sind. Beispiele sind Boeing (Börsenwert fiel daraufhin um mehrere Milliarden Dollar), Taiwan (China reagiert aggressiv auf eine mögliche Änderung der Ein-China-Politik) oder gar der atomaren Bedrohung (“must greatly strengthen and expand nuclear capability until world comes to its senses”).

Hier ein Artikel aus dem Handelsblatt zum Thema: http://www.handelsblatt.com/politik/international/trumps-twitter-tiraden-wenn-tweets-fuer-firmen-zum-risiko-werden/14950972.html

Sind diese 140-Zeichen-Botschaften nun eine unzulässige Vereinfachung und wie hoch sind die Risiken wirklich?

Ich finde Trumps Twitterbotschaften gut!

Die erste Frage ist grundsätzlicher Art: Kann man komplexe Dinge in 140 Zeichen (oder einem kleinen Mehrfachen davon) abbilden?

Ich würde das mit “Ja und Nein” beantworten: Als Berater bzw. Coach verlange ich von meinen Kunden, dass sie  zumindest in der Lage sind, jeden Vorgang in einem Satz zusammenzufassen (und das muss wirklich geübt werden!).

Wer es nicht schafft, komplexe Vorgänge zu extrahieren und zu konzentrieren, hat sie entweder nicht vollständig verstanden oder er kann sie außenstehenden Personen nicht erklären.

“Schumi unser Regengott”

Beispiel: Schumacher 1995 in Spa; die allgemeine Presse titelte ungefähr so: “Michael Schumacher konnte trotz des ungünstigen Startplatzes 16 im Laufe des Rennens aufholen und da er mit der regnerischen Witterung besser zurechtkam als seine Konkurrenten gelang es ihm überraschenderweise das Rennen zu gewinnen”

Die Bild-Zeitung verdichtete das zu “Schumi, du Regengott!”

Natürlich ist in der 21-Buchstaben-Botschaft weniger Inhalt/Komplexität enthalten, aber ratet mal, welche Zeitung sich am 28. August 1995 besser verkaufte?

Gute Politik ist das eine, Akzeptanz bei den Wählern das andere

Wichtig ist, dass ein Präsident (Manager etc.) in der Lage ist, seine Botschaft extrem komprimiert und mit hoher Reichweite präsentieren zu können. Das gelingt Trump sehr erfolgreich und verglichen mit unserer (inhaltlich tatsächlich außerordentlich erfolgreichen) Kanzlerin erreicht er seine Wählerschaft wesentlich besser. Das macht noch keine gute Politik, aber Wähler müssen einfach verstehen, was ihre Politiker machen und warum sie es machen, auch wenn sie die Komplexität häufig nicht im Detail nachvollziehen (wollen).

Das Gesamtpaket: Gute Politik, klare Ansage, ausführliche Erklärung

Erste Voraussetzung: gute Arbeit zu leisten. Ohne erfolgreihe Arbeit nutzt die beste PR nichts.

Dann kommt aber sehr schnell auch eine klare und gute Kommunikation. Und die muss mehrstufig erfolgen.

Hohe Reichweite und klare Position: Twitter.

Details und Hintergrundinfo: z.B. Bundespressekonferenz oder Ansprachen.

Twitter ist weder das Problem noch die Lösung

Twitter ist nur ein Werkzeug. Trump zeigt, dass es ein außerordentlich mächtiges Werkzeug ist und wer es nicht nutzt, verschenkt Potenzial. Das gilt für Politiker, aber genauso auch für Manager, egal ob es sich um interne oder um externe Kommunikation handelt.

Anders als Trump es exerziert würde ich jedem Manager einen guten Kommunikationsberater an die Seite stellen, der Rechtschreibung und Wirkung der Tweets im Vorfeld überprüft und Tweets ggf. mit weiterer Kommunikation ergänzt. Aber Twitter (etc.) nicht zu nutzen fände ich zumindest fragwürdig.

Ein Beispiel für Ruhe im Leben: gestapelte Steine, Musterbeispiel für Meditation

Steuere ich mein Leben selber?

Über Achtsamkeit, eine stille Revolution

De Bruin über das Leben: Forschung hat gezeigt, dass Meditation und Achtsamkeit positive Effekte haben: Steigerung der Konzentration, Stressreduzierung, höhere emotionale Ausgeglichenheit. Das begeistert die Leute. Zudem sind beides wirkungsvolle und gesunde Methoden, mit der Hektik des Alltags besser umzugehen.

Das Zitat ist der Einstieg aus einem Spiegelinterview von Andreas de Bruin, einem Hochschullehrer aus München, der als Betriebswirt (und Psychologe) eine überraschende Vorlesungen über das Leben und über Meditation hält.

Das vollständige Interview ist hier: http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/achtsamkeit-kein-trend-eine-revolution-a-1127610.html bzw. ausführlicher in der Print- oder Digitalausgabe vom Spiegel.

Sind wir alle auf Autopilot?

Ich habe das Interview gelesen und gebe ihm völlig recht: ich und die meisten Menschen um mich herum sind vielen äußeren Zwängen ausgesetzt, die den Tagesablauf diktieren, die bestimmen, mit wem ich wie lange reden kann, die Einfluss darauf haben, welche Hobbies ich pflegen kann und selbst die Gespräche abends beim Glas Wein mit guten Freunden fühlen sich häufig so an, als ob Sachzwänge die Themenauswahl vorbestimmen. Nicht alternativlos, aber doch in der Tendenz.

Muss das so? Oder soll das so?

Ich selber versuche zu spüren, ob ich genügend Kontrolle über die Sachzwänge in meinem Leben habe. Das ist natürlich ein subjektives Gefühl und wenn ich Miete bezahlen muss oder wenn ein Freund mit seinen Problemen kommt, ist das mit der Kontrolle so eine Sache: ich kann schon grundsätzlich in Frage stellen, wie groß mein Haus sein muss oder für welche Freunde ich mir wirklich Zeit nehmen möchte, oft sind das aber langfristige Entscheidungen, die im täglichen Klein-Klein nicht grundlegend in Frage zu stellen sind.

Andererseits: wenn ich mir ab und zu Auszeiten nehme und darüber nachdenke, ob sich das große Haus wirklich schön anfühlt oder ob die Zeit für einen Freund nicht viel besser genutzt ist, als noch ein weiteres Buch über Managementtheorien zu lesen, gewinne ich of auch Freude zurück. Und dann fühlt sich ein “das muss jetzt so” eher an wie “schön, dass ich das machen kann”. Und ich stärke mein Gefühl, selber am Steuerrad meines Lebens zu stehen.

Und ab und zu ändere ich nach solchem Nachdenken auch die Richtung. Und auch das ist dann sehr gut so!

Steine stapeln für das Leben

Ich persönlich habe Spaß daran, Steine zu stapeln. Das ist völlig nutzlos und der Stapel ist ein paar Tage später auch wieder umgefallen, vielleich weil der Wind zu stark war, weil es geregnet hat oder weil ein Fuchs an dem Stapel geschnuffelt hatte. Aber gerade die Vergänglichkeit macht den Moment des aufrechten Stapels umso wertvoller. Und während des Stapelns bin ich in der Natur, atme das Leben um mich herum und habe Zeit zum Nachdenken.

Mir sind solche kleine Inseln sehr wichtig und ich lade jeden ein, sich auch immer wieder Zeit zu nehmen, die eigene Mitte zu finden und zu stärken.

 

XING Business-Seite der .dev.AG

Firmenwebseite auf XING

Ich persönlich nutze seit 10 Jahren XING und bin Premiummitglied. Und im Rahmen unserer neuen Webseite haben wir  endlich auch eine Firmenwebseite für die .dev.AG eingerichtet.

Firmenwebseite bei XING?

Xing bietet eine kostenlose “Standardwebseite” an, auf der man seine Firma vorstellen kann, ein bisschen über die Firma schreibt und Links auf die “normale” Firmenwebseite setzt.

Teurer wird es mit einer Professional-Site, die kostet 50€ pro Monat und mit ihr kann man die Besucher sehen. Das mag interessant sein, um jeden anzuschreiben, der mal da war, aber ob das wirklich 600€ pro Jahr wert ist? Wir haben uns zur Zeit zumindest dagegen entschieden.

Richtig teuer wird es mit der Version namens “Employer Branding”, die kostet ab 400€ im Monat (wenn das Unternehmen weniger als 200 Mitarbeiter beschäftigt) bis hin zu 1.100€ p.m., wenn es mehr als 5.000 Leute hat.

Die Standardwebseite der .dev.AG ist hier zu finden

Das Einrichten braucht ungefähr eine Stunde: ein paar Bilder raussuchen und hochladen, die Anmeldeformulare ausfüllen und (in unserem Fall) mit Text aus unsere Webseite füllen. Dazu dann Links zum Impressum (und Links zu unserer Hauptseite): fertig.

Und warum?

Meine persönliche Erfahrung mit XING ist zwiegespalten. Meine Premiummitgliedschaft kostet 30€ pro Monat und wir haben als Firma noch nie einen Auftrag über XING bekommen, andererseits nutze ich es sehr gerne, um aktuelle Telefonnummern von meinen Kontakten zu bekommen.

Bei der Firmenwebseite haben wir noch keine Idee, wofür das gut ist, außer dem üblichen “mehr Leute, die uns sehen”-Marketing, das ist uns im Moment den Aufpreis für eine “Professional Business Seite” nicht wert.

Wer da eine andere Meinung zu hat oder wer eigene Erfahrung beisteuern möchte: gerne unten im Kommentar ergänzen!

Fazit

Die Business-Seite ist einfach gemacht. Sie ist vielleicht auch ganz nützlich, um ein bisschen mehr im Bereich Social Media unterwegs zu sein.

In in ein paar Monaten schreiben wir dann etwas mehr zu unseren Erfahrungen damit.

 

Komplementäre Führung von Boris Kaehler, Coverbild

Buchempfehlung: Komplementäre Führung

Komplementäre Führung von Prof. Boris Kaehler

Wer auf der Suche nach einem guten Buch zum Thema Führung ist: ich lese gerade “Komplementäre Führung” und finde es sehr gut!

(Und für den Hintergrund: ich habe mit ihm Mitte der 2000er bei der Reisebank zusammengearbeitet, er als Personalleiter, ich als Berater, der die Gehaltsabrechnung outgesourct hatte.)

Professor Kaehler hat sein Konzept der komplementären Führung weiter ausgebaut, verfeinert und gegenüber der ersten Ausgabe von 2013 nochmal deutlich verbessert.

Das Führen von Mitarbeitern steht seit jeher im Fokus der Managementwissenschaft. Allerdings dominieren seit Jahrzehnten die immer gleichen Ansätze, während sich die Qualität organisationaler Führung unter dem Strich nicht wesentlich zu verbessern scheint.

Mit diesem “Vorwurf” an die bisherigen Lehrbücher, die die Theorie und die Universität nur selten verlassen, ergibt sich der Hauptgrund, warum Führungskräfte und Personalreferenten dies Buch lesen sollten: Komplementäre Führung geht das Thema von der praktischen Seite an.

Personalführung in der Praxis

Das Buch zeigt, wie Personalführung in Organisationen gestaltet werden kann, um Unternehmensziele optimal zu erreichen. Sie dient dabei einerseits als theoretische Grundlage zu einem durchdringenden Verständnis von Führung, vor allem aber auch als konkrete Vorlage, anhand derer eine Organisation ihre Führung verbessern kann oder jede einzelne Führungskraft ihre eigene Führungskompetenz erweitert.

Das beste Buch zum Thema Führung?

Ist es das beste Buch, das je über (Personal-)Führung geschrieben wurde? Das weiß ich nicht.
Ich bin Praktiker, arbeite als Personalleiter, ich berate Unternehmen zu HR Strategie und unterstütze bei Einführung und Verbessrung von HR Instrumenten. Ich kann das Buch also nur von seiner praktischen Seite aus beurteilen.

Aber ich kann es jedem empfehlen, der über den Tellerrand der täglichen Führungsaufgaben hinausblickt und der sich als Führungskraft weiterentwickeln will ohne zu sehr in Theorien abzugleiten. Es ist bodenständig geschrieben, in seiner Detailtiefe sehr umfassend aber immer auch angenehm zu lesen.

Lesen Macht Wissen

Ich versuche, jeden Monat zumindest ein Buch zu aktuellen Themen zu lesen (oder zumindest durchzublättern), um immer auf aktuellem Stand zu sein, und für mich ist “Komplementäre Führung” das bisher beste Buch in 2016. Wer Zeit hat, wer sich für Führung interessiert, wer selber führt oder wer Führungskräfte coacht, wird davon sehr profitieren!

Wer es sich bei Amazon angucken mag:

Komplementäre Führung, Boris Kaehler (Cover)

Komplementäre Führung, Boris Kaehler (Cover)

 

 

Willkommen: Die Welt sagt Willkommen zu einem neuen Tag und wir begrüßen unsere ersten Besucher auf der Webseite ganz herzlich!

Hello World! Unsere neue Webseite…

Willkommen!

Wir sind gerade dabei, unsere Webseite zu erneuern. Mühsam, mehr Arbeit als am Anfang gedacht und natürlich braucht es länger, als wir uns wünschen.

Auf jeden Fall freuen wir uns über spontane Rückmeldung: gefällt Ihnen was besonders gut? Oder stört Sie etwas? Dann schreiben Sie uns gerne eine mail: email@dev.ag

Vor dem Sonnenaufgang

Und als Begrüßungsgeschenk ein kleiner magischer Moment: das Bild ist von unserer Hemmoorer Niederlassung, aufgenommen im Frühjahr morgens um ca. 3:30. Es ist die Zeit der Morgendämmerung, kurz bevor die Sonne wirklich aufgeht. Die Welt sagt Willkommen zu einem neuen Tag und auch wenn es sehr früh ist, ist die Landschaft die Mühe des Aufstehens wert!

 

Torsten Irion, Oktober 2016